Grüne Smoothies

green-juice-769129__180Zur Zeit sind sie in aller Munde: grüne Smoothies. Was ist dran? Nur eine Modeerscheinung? Eine geniale Marketingstrategie der Hersteller von Püriergeräten? Oder doch ein bedeutender Schritt in Richtung gesunder Ernährung?

monkey-742258__180Unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, machen es uns vor: Sie verzehren überaus gerne grüne Blätter sehr vieler verschiedener Pflanzen, und das zusammen mit bunten Früchten. Schimpansen schlingen ihre Nahrung auch nicht runter, weil sie gleich zum nächsten Meeting müssen, sondern kauen alles gründlich durch.

Und ist das gut?

Ja.

Durch das gründliche Kauen werden auch die robusten Pflanzenteile gut zerkleinert und die Pflanzenzellen aufgeschlossen. Dadurch sind die enthaltenen Nährstoffe weit besser verfügbar. Für uns imitiert das Pürieren einen gründlichen Kauprozess. Wir können jetzt optimal alle wertvollen Inhaltsstoffe für unsere Gesundheit nutzen. Am besten ganz langsam, Schluck für Schluck.

Grüne Smoothies imitieren nun exakt diese Ernährungsgewohnheiten. Sie kombineren grünes Blattgemüse mit Früchten und ein bisschen Wasser. Im Mixer wird alles gründlich aufgeschlossen und verfügbar gemacht.

Die wichtigste Zutat für grüne Smoothies ist das grüne Blattgemüse, von dem wir im allgemeinen viel zu wenig zu uns nehmen. Dabei sind die grünen Pflanzenteile viel reicher an Mikronährstoffen als das übliche Gemüse. Die Blätter von Kohlrabi oder Rote Bete enthalten viel mehr Protein, Vitamine und Mineralstoffe als die Knolle selbst.

P1000062Unser Kulturgemüse ist außerdem im Vergleich zu seinen wilden Verwandten relativ nährstoffarm. Deswegen sind Wildgemüse und -kräuter wie Löwenzahn oder Brennessel besonders gut für grüne Smoothies geeignet.

Auch sekundäre Pflanzenstoffe sind in grünem Blattgemüse reichlich enthalten. Sekundäre Pflanzenstoffe werden oft auch als Radikalfänger oder Antioxidantien bezeichnet. Mit ihrer Hilfe kann der Körper gefährliche Stoffwechselzwischenprodukte unschädlich machen, die sonst zu schweren Krankheiten führen könnten. Auch antibakterielle, antivirale und viele weitere gesundheitlich wertvollen Wirkungen werden ihnen nachgesagt: Sie stimulieren das Immunsystem, schützen die Leber, reinigen den Darm, halten das Blut flüssig und schützen den Bewegungsapparat.

Zu guter Letzt fördert der hohe Ballaststoffgehalt von grünem Blattgemüse eine günstige Darmflora, die in vielerlei Hinsicht Einfluss auf unsere Gesundheit nimmt.

In letzter Zeit ist auch immer wieder von Übersäuerung die Rede. Viele Lebensmittel, eigentlich fast alle, ob sie nun als gesund oder nicht gelten, fördern die Übersäuerung unseres Organismus. Einzige Ausnahme: Gemüse – und hier vor allem grünes Blattgemüse.

 

Was braucht man um grüne Smoothies zuzubereiten?

Grünes Blattgemüse, Früchte, Wasser und einen guten Mixer.

Bei der Herstellung eines Smoothies ist es wichtig, dass das Gemüse und die Früchte wirklich gut zerkleinert werden. Nur dann gibt es das traumhaft cremige „smoothe“ Geschmackserlebnis.

Ein haushaltsüblicher Pürierstab oder Standmixer erreicht oft nicht die Drehzahl, die für die Zubereitung eines Smoothe nötig ist. Aber für die ersten Experimente kann man ihn auf jeden Fall verwenden. Falls man dann auf den Geschmack kommt, lohnt sich die Anschaffung eines echten Smoothiemaker.

51hyhnhqFFL._AC_AA160_Ein Smoothiemaker oder Powermixer arbeitet mit drei- bis vierfach höherer Drehzahl als ein Haushaltsmixer. Er bringt 1000 – 2000W Leistung und arbeitet mit bis zu 40 000 Umdrehungen pro Minute. Ein Gerät, mit dem alle Nutzer vollauf zufrieden sind ist der Profi Smoothie Maker
von Incutex.

Mein erstes Experiment mit einem Chicoree, einem halben Apfel, einem Spritzer Zitronensaft und meinem wirklich ausgezeichneten Pürierstab von Braun war ziemlich knusprig und knirschend, aber trotzdem überraschend lecker. Von daher lohnt sich die Anschaffung eines Powermixer wohl schon.

Das zweite Experiment mit einem schrumpeligen Apfel, ein paar Blättern Eisbergsalat, einer Handvoll Giersch, ein paar Brennesselspitzen und der (Urgroß)mutter aller Smoothiemaker, einem alten Standmixer der Marke Waring, vermutlich aus den 80er Jahren, war schon richtig lecker uns ziemlich „smooth“. Aber vielleicht geht’s heute noch besser, denn das Teil ist viel älter als die Smoothies selbst 😉

Weiter zu den Smoothies. Das Grundrezept für einen grünen Smoothie enthält drei Zutaten: grünes Blattgemüse, Früchte und Wasser im Verhältnis 3:3:4, wobei man natürlich die Mischung nach Belieben ändern kann. Alle Zutaten werden im Mixer püriert, bis eine wirklich homogene Masse entsteht. Ein guter Powermixer schafft das in etwa 30 Sekunden. Länger als zwei Minuten sollte das Pürieren nicht dauern, weil sonst die Vitalstoffe leiden.

Welches Blattgemüse eignet sich für Smoothies?

  • Kulturgemüse wie Blattsalate, Spinat und die Blätter von Kohlrabi, rote Bete, Möhren oder Radieschen
  • Kulturkräuter wie Petersilie, Minze, Oreganum oder Basilikum
  • Wildpflanzen wie Brennessel, Löwenzahn, Giersch oder Vogelmiere

Es gibt mittlerweile unzählige Rezepte für leckere Smoothies.

Der Lieblingssmoothie von Victoria Boutenko wird übrigen aus Blattsalat, Basilikum, Sellerie, Avocado und Zitrone zubereitet. Klingt sehr lecker – aber wer ist Victoria Boutenko?

Sie ist die Mutter der grünen Smoothies. Ihre Familie litt an den verschiedensten Krankheiten, ihr Mann an rheumatischer Arthritis und einer Schilddrüsenüberfunktion, ihre Kinder an Athma, Allergien und TypI-Diabetes, sie selbst an einer Herzkrankheit. Die Schulmedizin konnte der Familie nicht helfen. Die Aussicht, lebenslang Medikamente einnehmen zu müssen fand Frau Boutenko so wenig reizvoll, dass sie sich selbst an die Lösung ihrer Probleme machte.

Zuerst versuchte die Familie es mit Rohkost, merkte aber später, dass vor allem grünes Blattgemüse die gesundheitlichen Erfolge sehr verstärkte. Das Problem der Familie Boutenko – und nicht nur ihres: grünes Blattgemüse empfanden sie nicht als kulinarisches Highlight.

Frau Boutenko erfand daraufhin den grünen Smoothie und brachte das Blattgemüse damit in aller Munde. Danke dafür.

Wer noch mehr über Smoothies – sie müssen nicht immer grün sein, aber frisch – erfahren möchte, Tipps zur Zubereitung, Infos über Inhaltsstoffe, Rezepte, usw kann das hier tun.

Und wer sich nicht so sehr für rohe Gaumenr´freuden begeistern kann, dem seien die Gargut-Schicksale ans Herz gelegt.

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Ein Kommentar zu Grüne Smoothies

  1. Pingback: Wildkräuter: Unkraut oder Gemüse - eine Frage der Perspektive - maschenweise

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