Autosuggestion – es geht nicht ohne

Ein Leben ohne Autosuggestion gibt es nicht. Deshalb tut man gut daran, zu lernen, diesen kraftvollen Mechanismus zu seinen Gunsten einzusetzen.

So funktioniert Autosuggestion

So funktioniert Autosuggestion Quelle: CFalk / pixelio.de

Autosuggestion

Autosuggestion gibt es so lange wie die Menscheit und sie kann die besten und schlechtesten Wirkungen hervorrufen, meint ihr Entdecker, der französische Apotheker und Psychotherapeut Emile Coué. Ihm war aufgefallen, dass die Medikamente, die er seinen Kunden aushändigte, viel besser wirkten, wenn er denen versicherte, dass es sich dabei um ein außerordentlich wirksames Medikament handele und der Patient schon bald wieder gesund sein würde.

Er nannte diesen Trick Autosuggestion und diese seine Ideen und Methoden waren DER Renner in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Er behandelte mehrere Zehntausende Hilfesuchende erfolgreich mit seiner Methode.

Wer sind wir?

Wir sind zwei intelligente Wesen, das Bewusste und das Unbewusste. Die Existenz des Unbewussten wird in der Regel nicht wahrgenommen. Daher der Name.

Das Bewusste weiß nicht viel und hat ein löchriges Gedächtnis. Aber wenn es etwas beleuchtet, dann wie ein greller Scheinwerfer. Das Objekt im Fokus wird scharf abgebildet, der Rest der Welt liegt im Dunkeln. Unser Bewusstsein kann sich nicht verkneifen, ständig alles zu bewerten und zu hinterfragen.

Das Unbewusste hat dagegen ein hervorragendes Erinnerungsvermögen und weiß ALLES. Es richtet nicht das Spotlight auf ein Ziel, aber leuchtet den gesamten Raum aus. Das Licht ist dabei sehr dämmrig. Deswegen wissen wir nicht, was es sieht. Und: Das Unbewusste ist leichtgläubig und akzeptiert alles, was man ihm sagt.

Das Unbewusste ist aber der Herrscher in unserem Kopf. Deswegen muss man sehr darauf achten, was es zu hören bekommt. Denn was es wahrnimmt, fasst es als Befehl auf und setzt es um. Auf Biegen und Brechen. Komme, was da wolle. Der Pfiff an der Autosuggestion ist, dem Unbewussten die richtigen Flausen in den Kopf zu setzen.

Wille und die Vorstellungskraft

Der Wille ist die Fähigkeit, sich frei für eine bestimmte Handlung zu entscheiden. Doch wenn der Wille mit der Vorstellungskraft in Streit gerät, hat immer diese das letzte Wort und setzt sich gegen den freien Willen durch.

Auf einem Brett, das am Boden leigt entlang zu laufen ist ganz einfach. Liegt das Brett aber über einem Abgrund, fangen wir an zu wackeln und fallen herunter. Weil wir uns vorstellen, wie wir herunterfallen. Und obwohl der Wille dagegen wirkt und nicht fallen möchte, setzt sich die Vorstellungskraft durch.

Oder erinnert sich jemand an den einsamen Laternenpfahl, den wir als ungeübter Radfahrer unweigerlich rammen als wäre er magnetisch – nur weil wir uns vorstellen, wie wir auf diesen Pfahl brummen?

Ich will es vermeiden, sagt der Wille, aber ich kann es nicht sagt, sagt die Vorstellungskraft.

Wir sind stolz auf  unseren Willen und unsere Handlungsfreiheit. Aber in Wirklichkeit sind wir nur Marionetten unserer Vorstellungskraft. Das muss aber nicht schlecht sein. Wir müssen uns nur das Richtige vorstellen.

Die Vorstellungskraft ist wie ein reißender Fluß, der uns fortspült, obwohl wir das nicht wollen und uns heftig dagegen wehren. Oder wie ein durchgehendes Pferd, dass das Ziel bestimmt und seinen Reiter einfach mitnimmt. Wer Autosuggestion erfolgreich einsetzen will, um die Dinge seines Lebens zum Positiven zu wenden, muss lernen, dieses Pferd zu reiten.

Autosuggestion ist die Einpflanzung einer Idee in uns selbst durch uns selbst. Die Idee dazu kann durch aus von einer dritten Person stammen. Das wäre dann eine Suggestion. Wenn wir den Vorschlag akzeptieren, wird daraus eine Autosuggestion.

Es geht bei der Autosuggestion also darum, das Unbewusste zu beeinflussen, auf den gewünschten Kurs zu bringen, damit es dann umsetzt, was wir uns wünschen. Das funktioniert über Affirmationen. Das sind Aussagen über das, was geschehen soll – und wird, sobald das Unbewusste es erst einmal begriffen hat. In dem Sinne gibte es keine Einbildung für das Unbewusste, denn jede Einbildung wird zu Realität.

Und das Leben ist voller Affirmationen, guter wie schlechter.

Es scheint am wirkungsvollsten zu sein, wenn Affirmation unter Ausschluss des Bewussten in unseren Kopf gelangen. Deswegen schlägt Herr Coué vor, Eltern sollten ihren schlafenden Kindern erzählen, was alles so toll an ihnen ist. Niedlich, oder?

Affirmationen sind wohl auch unter dem Namen Glaubenssätze bekannt. Egal, wie man sie nennt: gute muss man verinnerlichen, schlechte entsorgen. Das ist  nicht so einfach wie es klingt. Wenn sich eine Affirmation über Jahrzehnte in unser Gehirn eingebrannt hat, kann man die nicht so leicht über Bord werfen. Schlimmer noch: Man sieht keinen Effekt und fühlt sich auch noch bestätigt.

Autosuggestion kann man nicht nur für medizinische Probleme anwenden, sondern für alle Dinge des täglichen Lebens, die man in eine ander Richtung lenken möchte. Sogar für beruflichen oder wirtschaftlichen Erfolg. Napoleon Hill beschreibt das in seinem Werk „Denke nach und werde reich„.

Eigentlich ein eine Analyse der Erfolgsgesetze erfolgreichster Geschäftsleute – und im Grunde geht es immer  um Autosuggestion. Ich hatte einen „Finanzratgeber“ erwartet. Und war sehr verblüfft.

Autosuggestion ist für Napoleon Hill das Mittel der Wahl, um eine positive Lebenseinstellung zu erlangen. Mithile von Autosuggestion ist es mögleich,  aktiv positives Denken im Unterbewusstsein verankern. Das wirkt sich auf Charakter, Ausstrahlung und letztlich den Erfolg aus und verbessert ihn.

Zum Abschluss noch ein paar Regeln vom Emile Coué:

  • Die Vorstellungskraft siegt ausnahmslos über den Willen, wenn beide nicht übereinstimmen.
  • Im Konflikt beträgt die Vorstellungskraft so viel wie das Quadrat der Willenskraft.
  • Bei Übereinstimmung multiplizieren sich beide Kräfte.

Die mathematischen Regeln sind selbstverständlich nur symbolhaft zu verstehen, machen aber deutlich, an welcher Schraube man drehen muss, wenn man etwas verändern will.

Es lohnt sich, weiter zu lesen bei Emile Coué: Autosuggestion: Wie man die Herrschaft über sich selbst gewinnt

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter allgemein, biologisch, praktisch, Uncategorized abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.